Der BKP-Wert: Was kann man realistisch(!) mit einem Blog/einer News-Seite verdienen?
Die Erwartungen an die Kapitalisierung einer News-Seite sind hoch. Die Medien vermitteln den Eindruck, man kann sich als kleiner Blogger zum Multimillionär hocharbeiten. Das sind aber Einzelfälle. Die Realität sieht anders aus. Ich sehe, gerade in Businessplänen, häufig völlig überzogene Vorstellungen von Werbe-Erlösen. Aber wie soll man den Werbewert einer Webseite bewerten?
Eine Maßzahl für relistische Werbeeinnahmen: Der BKP-Wert
BKP steht für Besucher-Kapitalisierungs-Preis. Damit ist der Wert in Euro gemeint, den die Anzahl der täglichen Besucher, im gesamten Monat als Werbeeinnahmen generieren. Ein Beispiel: 2.000 Besucher/Tag x BKP 0,5 = 1.000 Euro mögliche Werbeeinnahmen pro Monat.
Aber welche Werte sind nun realistisch?
Ich bin primär im automobilen Umfeld tätig und habe die betreuten Kunden analysiert. Die ermittelten Werte haben ich gegen “branchenfremde” Webseiten geprüft und bin zu einer hohen Übereinstimmung gekommen. Bei gut 15 Webseiten würde ich allerdings nicht von einer statistisch validen Zahlenbasis ausgehen.
Meine Ergebnisse:
Die Zahlen gelten für reine Informationsportale, ohne kostenpflichtige Services oder Produktangebote/Shops!!!
- Kleine Blogs bis 500 Besucher/Tag: BKP 0,25 bis 0,5
- Mittlere Blogs/Nachrichtenseiten bis 5.000 Besucher/Tag: BKP 0,5 bis 0,75
- Größere Webseiten bis 15.000 Besucher/Tag: BKP 0,75 bis 1,25
- Online-Auftritte mit mehr als 15.000 Besucher/Tag: BKP 1,25 bis 2 (und mehr)
Warum der steigende BKP mit größerer Reichweite?
Weil mehr Werbekunden bereit sind dort zu werben und die TKP´s höher sind. Auch werden mehr unterschiedliche Werbeformen angeboten. Kleine Webseiten können meist nur mit Affiliate-Programmen, Google Adsense und “Restplatzvermarktung” mit einem TKP von 1-2 Euro arbeiten. Mittlere und größere Seiten haben bereits soviel Werbe-Inventar, dass durch TKP-Bannerkampagnen und fixe Werbepositionen pro Monat ein höheres Werbeeinkommen gesichert werden kann. Bei den ganz großen Seiten kommen Newsletter-Vermarktung, Advertorials (also bezahlte redaktionelle Beiträge) und Sonder-Werbeformen (Aktionen, Gewinnspiele, etc) hinzu, die meist pauschal abgerechnet werden.
Was ich kleinen Webseiten-Betreibern rate?
Schließt Euch größeren Netzwerken an, oder veröffentlicht die Beiträge nicht (nur) auf dem eigenen Blog, sondern schreibt als Gastautor Artikel für große Webseiten, ggf. auch zu einem Fixum pro Beitrag. Das bringt meist mehr, als die reine Veröffentlichung auf dem eigenen Blog. Früher nannte man solche Autoren “freie Journalisten”. ;-)
Aufruf: Zeigt her Eure Zahlen!
Ich würde mich freuen, wenn viele Webseiten-Betreiber die Einstufung und den BKP-Wert anhand ihrer eigenen Erfahrungen verifizieren würden. Interessant wäre natürlich auch die jeweilige Branche.
Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/svensonsan/ unter CC-Lizenz












